»Phantasie muss grenzenlos sein dürfen. Denn gezähmt wäre sie keine Phantasie.« August Everding

Der Fremde

Ich kenne dich nicht und möchte doch kennen den Mann, der mich nicht schlafen lässt des Nächtens, der mir schreibt, als kannten wir uns von einem Leben vor diesem, der mir Antworten gibt ohne zu wissen, wer ich bin, was ich fühle, was ich denke tief drinnen. Kann nicht entrinnen.
Wer bist du, der geraubt, mit Worten vorzudringen so tief, so gefühlvoll in mich. Der mich liest, meine Worte und mich durchschaut ohne nachzudenken, der Gedanken von mir vermag zu lenken.

Wo bist du, du Fremder, der mir ist nicht fremd. Den ich kenne über die Grenzen der Zeit und doch zeigt sich mir nur begrenzt in Worten, Moralen, in Gedanken und Sinnen. Kann nicht entrinnen.

Bist du es, auf den ich gewartet so lange, der mich erkennt, nicht verdrängt ein Gefühl, dass sich überträgt durch einfache Worte, dadurch eröffnet eine geheime Pforte, die sich zwischen den Zeilen lichtdurchflutet den Weg bahnt, und nichts davon hast du noch vor unschuldigen Gedanken erahnt.

Ist es Fügung, Schicksal, ein prüfender Pfad oder einfach eine gute Tat die du glaubst vollbringen zu müssen. Zerrissen, hin und her denkend und wirr macht sich die Angst in mir breit. Ich hoffe er verzeiht. Kann nicht entrinnen.
Bin von Sinnen.

Von wilden Gewässern hin und her gepeitscht, das Haupt geneigt weil es mir demütig zeigt, dass der Weg, den ich wähle der beste ist. Weil du über die Grenzen hinaus mich vergisst, und mir Wortlosigkeit in leeren Seiten schickst, mich in deinen Gedanken nicht mehr erblickst.

Bin ich gestraft nun weil hingebungsvoll ich bezeichnend mich ergab liebevoll den romantischen Gefühlen, die mich blitzesgleich trafen, kann seither nicht schlafen und möchte doch nur in den Traum  flieh´n, möchte Hand in Hand mit dir der Welt entfliegen und entsagen dem irdischen Schicksal bestimmt, für mich und dich.

So sei es, wenn es der göttliche Plan will, das ich wandle in Unglück. Zu viel der Gedanken an dich , den Unbekannten, die mich und meine Moral entmannten. Kann es nicht mehr geschehen lassen. Möchte mich hassen und die Zeit zurückdre´n . Dir entgeh´n.
Wer bist du, der mich des Glückes beraubt, der meine Sinne schwächt, mich geruchlos hinterlässt und taub. Ist es dein Wille mich willenlos zu machen dann ergebe ich mich, kann nicht weiter machen, und scheide dahin, von dir, mir und dem Leben, dass du mir in diesem nicht mehr wirst geben.

Kerstin Löcker

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..grenzenlos

 

..lest, wertet, kritisiert, freut euch, fühlt euch, weist ab, kommt wieder..

..für alle die grenzenloses erschaffen, die ziellos auf pfaden wandern, die abzweigungen setzen und freunde wie freude erkennen..