»Phantasie muss grenzenlos sein dürfen. Denn gezähmt wäre sie keine Phantasie.« August Everding

Ich vermisse

Ich vermisse die Tage, so unbeschwert,
die Nähe, die nicht wiederkehrt.

Ich vermisse die Gespräche, die zum nachdenken mich brachten,
ihre Inhalte, ihre Tiefen, all die die Dinge, über die wir lachten.

Ich vermisse diesen Gesichtsausdruck,
der mir manchmal Angst machte, oftmals mich erfüllte mit tiefem Glück.

Ich vermisse den Charme, den du verbreitet hast,
der mich wütend und eifersüchtig gemacht.

Ich vermisse den Casanova, der so herrlich verzückt von mir sprach,
der mich schlussendlich entführte in sein Schlafgemach,
wo ich Lust und Leidenschaft erkannt,
die mir zuvor so unverwandt.
Die mich ganz und gar dir verfallen lies,
die mich innerlich zum zittern brachte und äußerlich zerriss.

Ich vermisse dich wie die Wüstenblume den Morgentau,
wie ein Sommertag das Himmelsblau.

Ich vermisse dich, wie das Segel den Wind,
Wie eine Mutter würde vermissen ihr Kind.

Ich vermisse dich, wie ein Lied die Melodie,
wie eine Liebesballade die Harmonie.

Ich vermisse dich, wie der erste Frühlingsmorgen den Sonnenschein,
wie das Nachdenken beim Sonnenuntergang ganz allein.

Wenn ich könnte, wie es von Anfang an abgemacht,
wie es die erste Sekunde unseres Paktes hat bedacht,
das wir es nehmen, wie die Zeit es uns gibt,
das sich jeder nimmt was er will und kriegt.

Wenn ich könnte, wie es mein Kopf mir sagt,
das ich aus meinen Gedanken verbanne all das was an mir nagt,
diese Zeit, die ich erleben durfte mit dir,
die so schnell verging und nicht mehr kommt zurück zu mir,
die ich in meinen Träumen immer wieder abspielen mag,
die mir Hoffnung gibt die ich mit mir trag`.

Ich vermisse es jetzt schon zu vermissen das vergangene Glück,
welches ich schätze, mich daran erinnere aber nicht mehr kehrt zurück.
Dieses Gefühl, das sich in mir machte breit,
das mich vergessen lies Raum und Zeit.

So nehme ich einen Tag nach dem andern,
werde weiter durch meine Gegenwart wandern,
bis der Tag kommen wird,
an dem ich vergessen werde, was mich so irritiert.

Nach einer Zeit im alltäglichen Leben,
in dem mir andere Menschen Kraft und Energie geben.
In der ich bestreite die Tücken und Aufgaben des Seins,
in der ich mich nicht mehr hingebe dem Romantischen Schein.

Nach einer Zeit der Einsamkeit,
wenn ich wieder bin dazu bereit,
werde ich finden eine Sehnsucht und Leidenschaft,
die mir bereits einmal im Leben so viel Freude gebracht,
die niemals dieselben Gefühle wird bringen,
die mich damals brachten zum Lachen und Singen.

Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf,
und ich bete zum Allmächtigen Vater hinauf,
das unsere Wege sich irgendwann wieder kreuzen,
das wir uns nicht begegnen mit einem tiefen Seufzen,
sondern von schönen Erfahrungen uns zu berichten werden wissen,
die wir um nichts in der Welt wollen missen,
und doch, dass wir tief im Herzen behalten,
was wir hatten und in Erinnerung tragen bis in alle Zeiten.

Ich vermisse es jetzt schon zu vermissen Dich…

Ich vermisse…

Kerstin Löcker

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..grenzenlos

 

..lest, wertet, kritisiert, freut euch, fühlt euch, weist ab, kommt wieder..

..für alle die grenzenloses erschaffen, die ziellos auf pfaden wandern, die abzweigungen setzen und freunde wie freude erkennen..